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SCHWERPUNKTBEREICH TUMORE

HIRNTUMORE

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HIRNTUMORE

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SCHWERPUNKTBEREICH TUMORE

HIRNTUMORE

Hirntumore

HIRNTUMORE (GLIOM, GLIOBLASTOM, ASTROZYTOM)

Es gibt sowohl sehr gutartige Hirntumore, die insbesondere im Kindes- und Jugendalter auftreten, als auch halbgutartige bis bösartigen Tumoren, die sich im Erwachsenenalter häufiger finden (Abb. 1).

Gutartige Tumore lassen sich durch eine Operation heilen. In der Behandlung von bösartigeren Tumoren ist die Operation hingegen nur der erste Schritt in einer Therapieabfolge; Bestrahlung als auch eine in der Regel sehr gut verträgliche Chemotherapie sind die nächsten Schritte.

Sowohl bei gut- als auch bei bösartigen Tumoren ist das Ziel der Operation die möglichst radikale Entfernung. Daher kommt das Mikroskop stets zum Einsatz.

Abb.1: Kernspintomographisches Schnittbild (MRT, Magnetresonanztomographie) eines Patienten mit einem bösartigen Hirntumor (Glioblastom) im rechten Stirnhirn. Der Tumor lässt sich anhand der randständigen Kontrastmittelaufnahme (weiß) identifizieren. 
Abb.1: Kernspintomographisches Schnittbild (MRT, Magnetresonanztomographie) eines Patienten mit einem bösartigen Hirntumor (Glioblastom) im rechten Stirnhirn. Der Tumor lässt sich anhand der randständigen Kontrastmittelaufnahme (weiß) identifizieren.
Abb. 1: Das nach der Operation angefertigte MRT zeigt die vollständige Tumorentfernung.  
Abb. 1: Das nach der Operation angefertigte MRT zeigt die vollständige Tumorentfernung.
Abb. 2. Blick durch ein spezielles Mikroskop mit bestimmter Wellenlänge, in dem sich Tumorgewebe nach Einnahme von 5-Aminolävulinsäure (5-ALA) fluoreszierend rosarot darstellt. Hierdurch kann eine möglichst radikale Tumorentfernung unterstützt werden, da der Operateur besser zwischen Tumor und umgebenden tumorfreien Gewebe (blau=ohne Fluoreszenz) unterscheiden kann.  
Abb. 2. Blick durch ein spezielles Mikroskop mit bestimmter Wellenlänge, in dem sich Tumorgewebe nach Einnahme von 5-Aminolävulinsäure (5-ALA) fluoreszierend rosarot darstellt. Hierdurch kann eine möglichst radikale Tumorentfernung unterstützt werden, da der Operateur besser zwischen Tumor und umgebenden tumorfreien Gewebe (blau=ohne Fluoreszenz) unterscheiden kann.
 

Durch die Verwendung eines Floureszenzfarbstoffs (Aminolävulinsäure, 5-ALA), welcher etwaig übersehenes Tumorgewebe anfärbt (Abb. 2), und den intraoperativen, 3-dimensionalen Ultraschall (Abb. 3) wird die Radikalität weiter gesteigert.

Abb. 3. Intraoperativer 3-dimensionaler Ultraschall. Durch diese während des Eingriffs durchgeführte bildgebende Darstellung des Tumors und der einzelnen Schritte der Tumorentfernung bis hin zur kompletten Resektion (das mittleres Bild zeigt die ehemalige Tumorhöhle [Pfeil] und bestätigt die vollständige Tumorentfernung) lassen sich Radikalität und Sicherheit des Eingriffs steigern. 
Abb. 3. Intraoperativer 3-dimensionaler Ultraschall. Durch diese während des Eingriffs durchgeführte bildgebende Darstellung des Tumors und der einzelnen Schritte der Tumorentfernung bis hin zur kompletten Resektion (das mittleres Bild zeigt die ehemalige Tumorhöhle [Pfeil] und bestätigt die vollständige Tumorentfernung) lassen sich Radikalität und Sicherheit des Eingriffs steigern.
 

Noch in der Erprobungsphase sind der Einsatz der optischen Kohärenztomograpie und floureszierender Nanopartikel.

Integraler Bestandteil einer Hirntumoroperation ist zudem der Einsatz eines computergestützten Navigationssystems, welches beim Auffinden des Tumors und bei der Planung des Zugangs hilft; nur dadurch lassen sich Schlüsselloch-Zugänge realisieren (Abb. 4).

Abb. 4. Dreidimensionales Bild des Navigationssystems. Mittels einer Kamera im Operationssaal kann die Lage von Instrumenten im Raum erkannt und deren Position in Bezug auf die zu operierende Struktur dargestellt werden. Insbesondere für das Auffinden eines kleineren Tumors leistet dieses Navigationssystem dem Operateur wertvolle Dienste. Außerdem lassen sich Bahnsysteme, so etwa die Verknüpfungen motorischer Steuerungszentren, die mittels spezieller Kernspintomographien 
Abb. 4. Dreidimensionales Bild des Navigationssystems. Mittels einer Kamera im Operationssaal kann die Lage von Instrumenten im Raum erkannt und deren Position in Bezug auf die zu operierende Struktur dargestellt werden. Insbesondere für das Auffinden eines kleineren Tumors leistet dieses Navigationssystem dem Operateur wertvolle Dienste. Außerdem lassen sich Bahnsysteme, so etwa die Verknüpfungen motorischer Steuerungszentren, die mittels spezieller Kernspintomographien
 

Noch in der Erprobungsphase sind der Einsatz der optischen Kohärenztomograpie und floureszierender Nanopartikel. Integraler Bestandteil einer Hirntumoroperation ist zudem der Einsatz eines computergestützten Navigationssystems, welches beim Auffinden des Tumors und bei der Planung des Zugangs hilft; nur dadurch lassen sich Schlüsselloch-Zugänge realisieren (Abb. 4).

Problematisch sind Tumore, die Hirnregionen, die für Bewegung zuständig sind, erreichen. Radikale Tumorentfernung ohne Schädigung des Bewegungszentrums (d.h. ohne Lähmung) ist hier die besondere Herausforderung. Daher werden in unserer Klinik bereits im Vorfeld des Eingriffs spezielle kernspintomographische Untersuchungen durchgeführt, die die Lagebeziehung zwischen Tumor und Bewegungszentrum darstellen. Während der Operation werden diese Informationen mittels Navigationssystem dem Operateur zur Verfügung gestellt. Um die Sicherheit für den Patienten weiter zu erhöhen, wird zudem die Hirnoberfläche elektrisch gereizt. Dies dient sowohl der nochmaligen Bestätigung der exakten Lage des Bewegungszentrums (Hirnmapping) als auch der kontinuierlichen Funktionsüberprüfung (Monitoring) (Abb.5).

Abb. 5. Mikrochirurgischer Blick auf die Hirnoberfläche nach Eröffnung des Schädels und der harten Hirnhaut. Aufgrund der Nähe eines Tumors (etwa unter der „3“ gelegen) zum Bewegungszentrum wird über die der Hirnrinde aufgelegte Elektrode stimuliert, um exakt die Lage der Bewegungszentren nachzuweisen und diese entsprechend bei der Tumorentfernung schonen zu können (Mapping und Monitoring). 
Abb. 5. Mikrochirurgischer Blick auf die Hirnoberfläche nach Eröffnung des Schädels und der harten Hirnhaut. Aufgrund der Nähe eines Tumors (etwa unter der „3“ gelegen) zum Bewegungszentrum wird über die der Hirnrinde aufgelegte Elektrode stimuliert, um exakt die Lage der Bewegungszentren nachzuweisen und diese entsprechend bei der Tumorentfernung schonen zu können (Mapping und Monitoring).
 

Noch problematischer sind Tumore, die im Sprachzentrum des Gehirns wachsen. Hier führen wir im Einzelfall die Operation als Wacheingriff durch; nur so lassen sich Radikalität und Spracherhalt gewährleisten.

Mitunter sind Tumoren so tief im Gehirn lokalisiert oder in ihrer Lage oder Anzahl so komplex, dass eine komplette Entfernung ohne Schädigung des Patienten nicht sinnvoll erscheint. In diesen Fällen wird eine computergestützte Probeentnahme (stereotaktische Biopsie, Abb. 6) durchgeführt, um die Art des Tumors klären zu können.

stereotaktischer Apparat  Abb.6. Stereotaktischer Apparat am eröffneten Plastikmodell des Schädels zur Demonstration. Mittels eines Computerprogramms werden die Raumkoordinaten des Tumors ermittelt und manuell auf den mit dem Kopf des Patienten fixierten Rahmen übertragen. Sodann kann eine Hohlnadel bis in den Tumor vorgeschoben und eine Probe entnommen werden 
stereotaktischer Apparat
Abb.6. Stereotaktischer Apparat am eröffneten Plastikmodell des Schädels zur Demonstration. Mittels eines Computerprogramms werden die Raumkoordinaten des Tumors ermittelt und manuell auf den mit dem Kopf des Patienten fixierten Rahmen übertragen. Sodann kann eine Hohlnadel bis in den Tumor vorgeschoben und eine Probe entnommen werden
 
 

Neurochirurgie Göttingen

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